Im
Interview

IT ist strategischer Enabler für erfolgreiche Logistik

Seit Januar ist Christian Enchelmaier als IT-Vorstand für ein Team von rund 100 IT-Mitarbeitenden verantwortlich, davon mehr als die Hälfte am Standort Ulm. Im Gespräch erzählt er, welche Herausforderungen es für die IT aktuell in der Logistik gibt, wie er zu KI steht und wie seine berufliche Devise lautet.

Christian, Du bist seit vier Jahren bei Noerpel. Was nimmst du nun als Vorstand aus dieser Zeit mit?

Ich hatte bei Noerpel unterschiedliche Positionen inne, durfte nach und nach immer mehr Verantwortung übernehmen – unter anderem als Bereichsleiter IT Transport & Logistik, als Director IT Applications und zuletzt als Director für die gesamte IT. Organisatorisch und fachlich habe ich viele Projekte mitgestaltet und weiterentwickelt, zum Beispiel haben wir das Team neu strukturiert und eigenverantwortlicher aufgestellt, unser Warehouse Management System modernisiert und ein einheitliches Transport Management System an mehreren Standorten ausgerollt. Außerdem die Infrastruktur und Cyberresilienz kontinuierlich gestärkt. 

 

Neben IT und Technologie motiviert es mich, mit Menschen zusammenzuarbeiten, sie zu führen und voranzubringen. Ich möchte also nicht nur Systeme verändern, sondern Mitarbeitende gezielt weiterentwickeln. Und:  Die IT als strategischen Enabler für den Geschäftserfolg etablieren.

 

Welche Herausforderungen gibt es für die IT aktuell in der Logistik?

Es gibt zentrale Herausforderungen, die gleichzeitig auch viele Chancen mit sich bringen. Aktuell ist die Integration und Vernetzung heterogener Systeme über Standorte und Partner hinweg komplex und erfordert robuste, skalierbare Architekturen. Gleichzeitig arbeiten wir daran, Prozesse weiter zu digitalisieren und Echtzeit-Transparenz für operative Entscheidungen zu schaffen. Dafür ist eine hohe Datenqualität sowie schneller und zentraler Zugriff auf Daten notwendig, wofür wir unser eigenes Noerpel Data Warehouse geschaffen haben. Das ist übrigens auch die Basis für technische Innovationen wie Automatisierung und KI. Wenn man diese sinnvoll in bestehende Prozesse einbettet, können sie einen echten Mehrwert schaffen. 

 

Und, ganz klar: Cybersicherheit und Resilienz sind für jedes Unternehmen bedeutende Themen, da Angriffe und Störungen existenzbedrohend sein können. Deswegen hat die IT-Sicherheit bei Noerpel eine sehr hohe Priorität.

 

Stichwort „Künstliche Intelligenz“. Revolutioniert KI die Logistikbranche?

KI verändert die Logistik grundlegend: Sie macht Abläufe effizienter, schneller und zuverlässiger. Und sie schließt Lücken zwischen Systemen, die man bisher manuell bearbeiten musste. Bei Noerpel setzen wir KI gezielt ein: Automatisierte Rechnungs- und Dokumentenworkflows ersetzen manuelle Erfassungen. Autonome Flurförderfahrzeuge übernehmen klassische Transportaufgaben im Lager und sparen Zeit und Wege. 

 

Zukünftig wollen wir KI noch stärker in Kundenprozesse integrieren - etwa automatisierte Auftragsprozesse um Medienbrüche zu überwinden und Durchlaufzeiten zu verkürzen. Oder auch durch Chatbots, smarte Assistenzsysteme oder vorausschauende Analysen, die Kommunikation beschleunigen, Abläufe transparenter machen und Lieferungen zuverlässiger gestalten.

 

Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags - heute oft noch in Form einfacher Bots, zunehmend aber durch intelligente Agenten, die echte Aufgaben übernehmen und uns Zeit für das Wesentliche verschaffen. Genau deshalb dürfen wir diesen technologischen Wandel nicht verpassen: Der KI‑Zug wartet nicht, er fährt. Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss aufspringen, Chancen aktiv nutzen und sich kontinuierlich weiterbilden. Für uns als Unternehmen heißt das, unsere Mitarbeitenden mitzunehmen, zu qualifizieren und gemeinsam die Voraussetzungen zu schaffen, damit KI sinnvoll, sicher und gewinnbringend eingesetzt werden kann.

 

Wie lautet Deine (berufliche) Devise?

Veränderung beginnt im Kopf - und entsteht gemeinsam. Dieses Credo lebe ich jeden Tag, indem ich Bestehendes hinterfrage und gemeinsam mit meinem Team kontinuierlich Verbesserungen entwickle, um unsere Ziele effizient und wirtschaftlich zu erreichen. Dabei ist es mir wichtig, die Menschen mitzunehmen, damit sie Mut haben, eigene Ideen einzubringen und aktiv mitzugestalten. Nur so entstehen Innovationen, Veränderungen entfalten langfristig Wirkung und bleiben im Einklang mit unseren Werten sowie unserer Verantwortung als Familienunternehmen. 

 

Eine Vorstandsposition bringt viel Verantwortung mit sich. Wie entspannst Du nach einem anstrengenden Arbeitstag?

Sport ist für mich der wichtigste Ausgleich - er hilft mir den Kopf freizubekommen, Abstand zu gewinnen und danach wieder klar zu denken. Am liebsten mache ich endlose Runs durch den Wald – bei jedem Wetter! Die körperliche Aktivität erdet mich und gibt mir neue Energie, sodass ich am nächsten Tag fokussiert und mit frischem Blick an die Themen gehen kann.

 

Wir gratulieren Christian zu seiner neuen Position und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg!